Informationen für Postdocs

Andrea Baracchini, Postdoc am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam

Bereits während meiner Doktorarbeit an der University of Maryland in der ehemaligen Gruppe von Prof. Buonanno habe ich an der Modellierung von Gravitationswellen, die von Schwarzloch-Doppelsternsystemen emittiert werden, gerabeitet. Zu diesem Zeitpunkt war nicht einmal die Existenz solcher Systeme bestätigt. Wir haben das erweiterte LIGO-Experiment daher mit großer Spannung erwartet und sehr intensiv darauf hinge­arbeitet.

Heute arbeite ich am AEI in Potsdam und meine Modelle werden genutzt, um die Detektion von Gravitationswellen zu belegen und um die physikalischen Eigenschaften der Quellen zu messen. Das ist immer noch ein ziemlich unglaubliches Gefühl...

Andrea Taracchini, Postdoc am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut /AEI)

Astrophysikalische Forschung in Potsdam

Potsdam ist einer der vier wichtigsten Standorte astrophysikalischer Forschung in Deutschland. Drei international führende außeruniversitäre Einrichtungen mit astrophysikalischen Bezügen sind mit der Universität vernetzt. Kennzeichnend für den Standort ist die sehr große Bandbreite der Forschungsthemen, sowohl in der Beobachtung wie auch der Theorie. Forschungsaktivitäten am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) und an der Universität reichen von der Sonnen- und Sternphysik bis zur Extragalaktik und Kosmologie. Beim Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) forschen Arbeitsgruppen in Zeuthen und Potsdam zu Themen aus der Astroteilchenphysik. Am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut/AEI) steht die analytische Berechnung und numerische Modellierung von Gravitations­wellenformen im Fokus.

Die Potsdamer Einrichtungen sind in eine Vielzahl internationaler astronomischer Teleskop­projekte eingebunden und vertreten die deutsche Astrophysik in diversen Fachverbän­den und nationalen wie internationalen Gremien.

 

Karrierepfade für Postdocs

Die hohe Dichte und das große internationale Renomée der wissenschaftlichen Einrichtungen Potsdams – innerhalb wie auch außerhalb der Astrophysik – machen die Stadt hochattraktiv für Nachwuchswissenschaftler, die eine akade­mische Laufbahn anstreben. Dies spiegelt sich auch in hohen Drittmittelquoten und einem herausgehobenem Publikationsbanking der Einrichtungen aus dem Netzwerk sowie der Einrichtung von 15 gemeinsamen, ordentlichen und außerplanmäßigen Professuren mit astro­physikalischem Bezug an der Universität Potsdam. 21 außeruniversitäre Einrichtungen haben sich mit der Universität Potsdam im interdisziplinären Verbund zum Potsdam Research Network zusammengeschlossen. So werden auch Karriereschritte über die Fächer­grenzen hinaus und Dual Career Optionen befördert.

Die Universität Potsdam hat ein eigenes Tenure Track Modell entwickelt. Es stellt ein gestuftes Karrieresystem zur Nachbesetzung der W2- und W3-Professuren dar, welches mit einer auf Wissenschaft und Forschung orientierten Personalentwicklung für den wissenschaft­lichen Nachwuchs und einer ganzheitlichen Fachentwicklungsstrategie verbunden ist. Es soll künftig die zentrale Komponente der Berufungsstrategie der Universität Potsdam bilden.

Die fachübergreifende Initiative „High Potentials – Academy for Postdoctoral Career Development“ der Potsdam Graduate School fördert Postdocs, Habilitierte und Junior­professorinnen und -professoren aller Fachrichtungen in ihrer Karriereentwicklung und bereitet sie ergänzend zu fachwissen­schaftlichen Qualifikationen für Tätigkeitsfelder innerhalb sowie außerhalb der Wissenschaft vor. Für Neuberufene bietet die Servicestelle Coaching der Universität Beratung zu den Themen Dual Career, Berufungs- und Einstellungsverfahren sowie Besoldung an.

Work & Life in Potsdam

Potsdam hat eine aktive Wissenschaftler-Community. In keiner anderen Stadt Deutsch­lands gibt es mehr Wissenschaftler pro Einwohner als in Potsdam. Mehr als 40 wissenschaftlichen Institute mit zusammen­genommen über 10.000 Mitarbeitern haben ihren Sitz in Potsdam und dem Umland. Dazu kommen rund 20.000 Studierende an der Universität. Weitere Netzwerke und Plattformen verknüpfen die Wissenschaft mit Kultur, Wirtschaft, Tourismus und Bildung.

Potsdam ist UNESCO-Welterbe-Stadt mit 1000 Jahren Geschichte. Die Kulturstadt ist geprägt durch ihre preußischen Schlösser und Gärten an idyllischen Havelseen. Sie hat eine lebhafte Kunst-& Theater- und Musikszene und ist mit den Babelsberger Filmstudios auch ein Zentrum des internationalen Films. Es gibt sehr viele Angebote und Freizeitmöglichkeiten für Familien und Kinder. Die vielen Parks und Seen laden zu Aktivitäten in der Natur und Wasser­sport ein. Die Bundeshauptstadt Berlin ist in unmittelbarer Nachbarschaft und über den Regionalverkehr sehr gut angebunden.

Gründung & Transfer

Unternehmensgründungen aus der Wissen­schaft sowie Wissens- und Technologietransfer aus der Forschung leisten einen wichtigen Beitrag zu gesellschaftlichem Wohlstand. In Potsdam gibt es ein ausgezeichnetes Netzwerk für eine umfassende Begleitung dieser Transfer­prozesse. Beginnend mit dem universitären Gründungs- und Transfer­zentrum Potsdam Transfer, über die gemeinnützige Tochter­gesellschaft der Universität UP Transfer GmbH bis hin zur rein marktwirtschaftlich agierenden GO:INcubator GmbH am Standort Golm gibt es eine Vielzahl an Unterstützungs­möglichkeiten für innovative Unternehmens­ansätze. Mehrfache Auszeichnungen bestätigen diesen Erfolg des Standorts.

Forschungs­infra­struktur

Infos zu Großobservatorien mit Potsdamer Beteiligung und zu Technologie, Computing-Ressourcen, Ausstattung und Services vor Ort.>